Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.

Gemeinnützige Vereinigung zum Schutz Bamberger Kulturdenkmale

Seit 1968 setzen wir uns mit phantasievollen Aktionen, lehrreichen Spaziergängen, Publikationen und eigenen Sanierungen für den Erhalt von Bambergs Schönheit ein. Einige gelungene Rettungsaktionen mit Beteiligung unseres Vereins:

Unser Einsatz ist noch lange nicht vorbei. Verfallende Bauten, vernachlässigte Gartendenkmale, Luxus-Sanierungen welche den Denkmalwert "wegrenovieren", Abrisslust, all das gibt es noch immer. Daher freuen wir uns, wenn sie auf unserer Seite stöbern und uns vielleicht sogar als Mitglied unterstützen möchten. Herzlich Willkommen!

Herbstvortragsreihe 2016

Das große Interesse an der ersten Herbstvortragsreihe im vergangenen Jahr hat die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V. dazu bewogen, auch heuer wieder namhafte Referenten für eine vierteilige Reihe einzuladen, jeweils donnerstags im Wochenrhythmus, um 19 Uhr im Haus der Schutzgemeinschaft am Schillerplatz 9 in Bamberg.

Wir wollen mit dieser Vortragsreihe erneut unserem Vereinszweck und Auftrag nachkommen, als Gemeinnützige Vereinigung zum Schutz Bamberger Kulturdenkmale für die Erhaltung und Pflege der Altstadt sowie aller schutzwürdiger Bausubstanz in Bamberg zu werben. Informationen und das Wissen über Denkmäler sind erste Schritte für das Erkennen und damit das Bewahren unserer Kunstdenkmäler. 

Im Anschluss an die öffentlichen Vorträge im Haus der Schutzgemeinschaft am Schillerplatz 9 lud der Verein zum fachlichen Austausch und sicher interessanten Gesprächen ein. Für Getränke und kleine Snacks war gesorgt.

Vielen Dank an alle Dozenten und die zahlreich erschienenen Gäste!

Nachruf auf Herrn Dipl. Ing. Michael Schelz

 

Viel zu früh mussten wir Abschied nehmen von unserem Vereinsmitglied, Herrn Michael Schelz. Vielen unseren Mitgliedern wird er besser bekannt sein als „der Architekt, der das Aufseßhöflein rettete“.

Schelz war Architekt mit Leib und Seele. Sein oberstes Ziel war es stets, selbst längst verloren geglaubten Denkmälern wieder Leben einzuhauchen und sie somit in die Zukunft zu retten. Dabei die modernen Ansprüche der Bauherren und eine denkmalgerechte, sinnvolle Nutzung der Gebäude unter einen Hut zu bringen, war sicher nicht immer leicht für ihn.

Mit großem Engagement, nie um einen Lösungsvorschlag verlegen und mit Einfühlungsvermögen, aber auch Nachdruck, gelang es ihm, das bestmögliche Ergebnis zu realisieren.

Dabei nahm er sich als Person stets zurück: „Das Haus bestimmt die Nutzung!“ war sein Credo.

 

Mit ihm ist ein Mensch, Vereinskollege und für viele von uns guter Freund überraschend von uns gegangen, der eine nie schließbare Lücke hinterlässt.

Was bleibt, sind seine mit feinem Bleistift handgezeichneten, eindrucksvollen Pläne und Entwürfe und selbstverständlich die in Zusammenarbeit mit den Bauherren geretteten Denkmäler.

So hinterlässt er Spuren, die unseren Alltag schöner machen und uns daran erinnern, dass man früher oftmals mehr von Bauen verstand, als man heute denkt zu wissen.

 

Im Namen der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V.

In tiefer Verbundenheit und Trauer

Arndt Ruhnow

Mitgliederwesen

 

Städtebauliche Weichenstellung an der Kettenbrücke

Stellungnahme der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. zum geplanten Neubau in der Kettenbrückstraße (Fränkischer Tag vom 17.05.2016)

Illustration: Matthias Bornhofen, Quelle: infranken.de

Schon in Kürze möchte man in der Kettenbrückstraße ein „Zeichen für zeitgenössische Architektur“ setzen. Das klingt erstrebenswert und man mag sich innovativ und fortschrittlich fühlen, wenn man solche Projekte unterstützt ... doch nicht alles, was sich „zeitgenössisch“ oder „mutig“ nennt, ist automatisch gelungen. Es bleibt daher wichtig den Einzelfall genauer zu betrachten.

Der Entwurf plant eine schräg zur Brücke hin aufsteigende Fassade aus Glas mit einem Erdgeschoss in Sichtbeton. Weder das Material noch die provokante Form der Traufe wollen die Struktur der Umgebung und die gewachsene Formensprache der Altstadt aufgreifen. Alles in allem wird hier eine Architektursprache gewählt, die um Aufmerksamkeit heischt - an dieser Stelle eine unnötige Geste. Es steht zu befürchten, dass man einen dauerhaften Fremdkörper schafft, der selbst in Generationen keine Akzeptanz finden wird.

Auf den ersten Blick klingt das Argument schlüssig, dass dieser Straßenzug aufgrund seiner Kriegszerstörung ohnehin aus Bauten des 20. Jahrhunderts besteht - aus dem Ducke-Haus der 1960er, erschreckend einfallslosen Fassaden wie der Bäckerei neben dem Bauplatz, sowie historisierenden Rekonstruktionen. Doch wäre diese Einordnung zu kurz gedacht. Tatsächlich verbirgt sich hinter der heutigen Kettenbrückstraße eine nicht zu unterschätzende geschichtliche Dimension: Hier beginnt die barocke Achse in die Innenstadt. Die Reisenden auf der Handelsstraße zwischen Nürnberg und Erfurt (heutige Königstraße) sollten über ein würdiges Portal - die damalige Seesbrücke (heute Kettenbrücke) - in das Herz der Residenzstadt gelockt werden. Die prachtvolle Fassade der direkt gegenüber liegenden Hausnummer 1 lässt diese Bedeutung bis heute erkennen. Namhafte Baumeister wie Neumann und Küchel wurden mit der Ausgestaltung jenes bedeutenden Stadtraumes betraut. Daraus wird ersichtlich, dass sich das Projekt mitten im Welterbe befindet, welches in seiner Größe und Bedeutung weiter reicht als der heute teilweise eher modern anmutende Straßenzug.

Im Welterbe neu zu bauen, ist Privileg und Verpflichtung zugleich; denn es stellt Weichen für die künftige Entwicklung in der Altstadt und prägt an dieser wesentlichen Stelle ihr Gesicht. Würde der bisherige Entwurf in dieser Form Wirklichkeit, wäre diese Weichenstellung mindestens ebenso erschreckend, wie das missglückte Glastor am Dominikanerkloster. Es mag einfacher sein, bei der Planung keine Rücksicht auf die Traufhöhen, Größenverhältnisse, Formen und Materialien zu nehmen, doch die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat erwiesen, dass diejenigen Bauten am meisten Anerkennung gewannen, denen der Spagat aus harmonischem Einfügen und zeitgenössischer Sprache gelang. Alleine durch diese Umsicht wurde unsere Stadt zu einem einzigartig schönen Denkmal für die Menschheit ... und nur, wenn wir diesen Grundsatz nicht aufgeben, wird Bamberg diese Bedeutung bewahren.

Wir rufen dem Bauherrn und Architekten, sowie den Verantwortlichen im Stadtrat deshalb zu, dies zu bedenken und eine Vermittlung zwischen Rücksichtnahme auf die Altstadt und zeitgemäßer Formensprache zu suchen.

Unser neues Projekt: "Denkmal Bamberg Mobil"

Fit für das 21. Jahrhundert

Es ist soweit: Nach monatelanger Vorarbeit können wir am 26. April 2016 um 19 Uhr im Großen Saal der VHS die "Beta-Version" unseres neusten Vereinsprojektes vorstellen.

Die Internetseite "Denkmal Bamberg Mobil" (am 26. April wird die Seite mit der URL denkmal-bamberg.de freigeschaltet sein) ermöglicht es vor Ort per Smartphone oder Tablet die Denkmäler der Umgebung zu erkunden. Die Seite kann auch bequem vom heimischen Computer aus aufgerufen werden. Man erfährt spannende Details zur Geschichte und Architektur des jeweiligen Denkmals. 

 

Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen und wird uns weitere Jahre begleiten. Doch mit dem Kern rund ums Alte Rathaus haben wir mittlerweile genug Informationen gesammelt, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Natürlich kann ein solches Mammutprojekt nicht ohne Hilfe von außen durchgeführt werden. Der Dank der Schutzgemeinschaft gilt deshalb dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, im Besonderen Herrn Hauptkonservator Dr. Thomas Gunzelmann, der den Plan von Anfang an befürwortet und begleitet hat.
Er wird den zweiten Teil des Vortragabends gestalten und sein ebenfalls deutschlandweit einmaliges Projekt vorstellen: „Das Stadtdenkmal Bamberg online“. Die Ergebnisse des 2012 erschienenen, umfangreichen Einleitungsbands zum Bamberg-Inventar können damit gebäude- und parzellenorientiert abgerufen werden. So können Sie sich beispielsweise eine Stadtkarte anzeigen lassen, auf der die großen Überschwemmungsereignisse dargestellt sind, kartografisch die Ansiedlung unterschiedlicher Handwerksbetriebe des 19. Jahrhunderts abrufen und vieles mehr.

 

Sie dürfen gespannt sein!

 

Wir laden Sie herzlich zur Präsentation ein:

26. April 2016, 19 Uhr

Großer Saal der VHS Bamberg, Tränkgasse 4

Mehr als ein weißes Blatt...

Die MUNA als Denkmal begreifen

Die ersten Pläne der Stadt für ein Gewerbegebiet auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt (MunA) behandeln das Areal wie eine bedeutungslose Brache.

 

Doch tatsächlich verbergen sich auf dem Gelände neben wertvollen Naturschätzen auch 100 Jahre Bamberger Militärgeschichte. Auf den ersten Blick unscheinbare Gebäude, die dennoch eine lückenlose Entwicklung vom Ersten Weltkrieg, der Pionierzeit des Flugzeugbauers Messerschmitt, dem Zweiten Weltkrieg bis zur Besatzungs- und NATO-Zeit begreifbar machen. Sie sind es Wert in die Planungen einbezogen zu werden.

 

Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg hat daher ein detailliertes Konzept erarbeitet, das die wirtschaftlichen Interessen mit denen des Naturschutzes und Denkmalschutzes in Einklang bringen will.

Stellungnahme zum gläsernen Tor am Dominikanerbau

Die neue "Flughafentür" an der Aula der Universität in der Dominikanerstraße erhitzt die Gemüter ... auch unsere!

Die Aussagen des neuen Leiters des staatlichen Bauamtes Jürgen König lassen einen Angst und Bange werden: "Man sei heute eher bereit (...) Substanz in den Verlust zu geben". Mit dieser Einstellung wäre Bamberg nie Weltkulturerbe geworden ... und würde sich diese Einstellung durchsetzen, wäre diese bedeutsame Auszeichnung in konkreter Gefahr.

Daher bitten wir eindringlich darum, diese Sichtweise mit Blick auf die überregionale Bedeutung der erhaltenen Bausubstanz Bambergs zu überdenken! Wir teilen die Meinung des städtischen Baureferenten Thomas Beese: Der Staat hat hier eine erhebliche Vorbildfunktion!

Dieses völlig rücksichtslose Portal darf kein Exempel werden ... es würde unweigerlich auf einen verhängnisvollen Weg zur allmählichen Zerstörung der einzigartigen Schönheit unserer Stadt führen!

Herr Prof. Dr. Dr. Ruppert, werter Präsident der Universität: Wenn Sie es nicht für nötig halten, auf die "70.000 Denkmalschützer Bambergs" Rücksicht zu nehmen, ist das eine Sache. Doch sollten Sie zumindest den Ruf der Universität im Auge behalten, die sich mit Geschichtswissenschaften und nicht zuletzt mit einem angesehenen Masterstudiengang im Denkmalschutz schmücken darf.
Wir fürchten, ein solches Tor symbolisiert nicht die erhoffte Offenheit, sondern steht künftig vielmehr für Rücksichtslosigkeit und fehlendes Gespür für dieses sensible Kerngebiet der Altstadt.
Ein solches Mahnmal hat unsere Universität nicht verdient!

 

Lesen Sie dazu die beiden Artikel im Fränkischen Tag

Fränkischer Tag 2015-12-04

Fränkischer Tag 2015-12-16

2015-12-04 Dominikanerstraße.pdf
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2015-12-16 Tor Dominikanerbau_kl.pdf
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