Eine Veranstaltung zur Stadtratswahl 2014

Wie wollen die sich um Stadtratssitze bewerbenden Parteien die Lebensqualität in der Welterbestadt erhalten?

Was sind ihre Ziele der Stadtentwicklung?  Bauen im Erbe, Eventkultur, Verkehr in der Stadt, Konversion – Welche konkreten Absichten verfolgen die Kandidaten? 

                                                                  

Fragen dazu stellten die Stadtheimatpflege und die Denkmal pflegenden Vereine (Bewahrt die Bergstadt, Freunde des Weltkulturerbes, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg) am 06.02.2014 in den Haas-Sälen.

 

Moderation: Dipl.-Ing. Franz Ullrich (Regierungsbaumeister, Architekt, Stadtplaner)

 

Den Fragen stellten sich:

Ottmar Strauß (CSU), Heinz Kuntke (SPD), Ursula Sowa (GAL), Herbert Lauer (FW), Daniela Reinfelder (BuB), Norbert Tscherner (BBB), Michael Bosch (Bamberger Realisten) und Martin Pöhner (FDP).

In den meisten Feldern herrschte weitgehende Einigkeit. Einige Punkte aus der Diskussion:

 

  • Das Quartier an der Stadtmauer soll den Durchgang ermöglichen, die Häuser in der Hellerstraße erhalten (so sprach Herr Kuntke die Garantie aus, dass die SPD einem Abriss nicht zustimmen würde), neben Gewerbe auch Wohnraum schaffen und in der Masse der Baukörper bescheidener als bei den bisher vorliegenden Entwürfen werden. Eine Auffassung, die von der Schutzgemeinschaft von Anfang an vertreten wurde.
  • Die Konversion soll möglichst schnell Wohnraum, aber auch Platz für Gewerbe und Freizeit schaffen. Hier gab es vor allem Unterschiede in der Frage ob diese Entwicklung von der Stadt finanziert werden sollte (weitgehender Konsens) oder teilweise von privaten Trägern und dem Bund (u.a. Auffassung von Herrn Pöhner (FDP)). Frau Sowa (GAL) warb erneut für die von ihr ins Spiel gebrachte Idee einer Internationalen Bauausstellung.
  • Überraschend war die Einstimmigkeit in der Frage, ob das Berggebiet neue Einrichtungen verträgt, die ggf. Verkehr anziehen. Hier distanzierte sich selbst Herr Strauß (CSU) von der Verlagerung der Musikschule nach St. Getreu, obwohl seine Partei dem Vorhaben zugestimmt hatte. Die andere maßgeblich an der Verlagerung beteiligte Partei, die SPD, stand in Form von Herrn Kuntke zwar zu ihrer Entscheidung - allerdings eher in reumütiger Haltung.
  • Ein weiterer Dauerbrenner im Berggebiet, die Bergverbindungsstraße, wurde von Frau Reinfelder (BuB) und Herrn Tscherner (BBB) erneut ins Spiel gebracht. Als Tunnellösung, die von EU-Geldern finanziert werden soll. Eine Idee, die von den anderen Teilnehmern einhellig abgelehnt wurde.
  • Erfreulich, dass sich sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl für einen Puffer für das Weltkulturerbe, als auch für eine Wiederbelebung des erfolgreichen "Bamberger Modells" der 1970er und 1980er Jahre stark machten, das städtische Fördergelder an private Hausbesitzer zum Erhalt von Denkmalen zur Verfügung stellte. Ein Modell, das derzeit zugunsten von Großprojekten wie dem Michelsberg und dem Haus in der Nürnberger Straße/Ecke Kunigundenruhstraße, brach liegt.

 

Insgesamt ist festzuhalten, dass nahezu alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kundig und engagiert diskutierten. Wenn diese Einhelligkeit in Sachen Denkmalschutz auch nach der Wahl noch weiter besteht, können wir uns glücklich schätzen.

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